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in der Ziegeleistr.5, 91244 Reichenschwand bei Hersbruck


ABGESAGT:

ac.t art in der Villa 56
Freitag, 27. März
2020
- 19.30 Uhr

Peggy & Dan Reeder
Folk Pop Blues Songs
.
Dan Reeder - voc, guitar
Peggy Reeder - voc, guitar

Dan Reeder ist eine Ausnahmeerscheinung in vielerlei Hinsicht. Der 1954 in Lousiana geborene Pfarrerssohn studiert an der California State University Bildende Kunst und lernt dort seine deutsche Frau kennen. Er entschließt sich, mit ihr nach Nürnberg zu gehen. Das Gregor Samsa, die legendäre Künstlerkneipe in der Nordstadt, war seine Anlaufstelle. Seine Bilder haben längst seine Stammkneipe verlassen und hängen in internationalen Museen, wurden mit Kunstpreisen geehrt. Seine Bilder sind wie er, voller Humor und versteckter Ironie, manchmal auch hintergründig.

1994 erhält er als Maler den Kunstförderpreis der Stadt Nürnberg, hat bald darauf aber „die Schnauze voll von der Kunstszene!“ Mit dem Preisgeld kauft er Holz und Werkzeug und baut Gitarren und andere Musikinstrumente, die er selbst spielt. Dieser radikale Umbruch ist der Start in seine zweite ebenso erfolgreiche Karriere als Musiker. Zu eigenen Texten komponiert er genial einfache Songs, die tief in der amerikanischen Tradition von Folk und Blues verwurzelt sind. 2006 eröffnet er das Bardentreffen mit seinem Konzert auf dem Klarissenplatz und 2010 erhält er ein zweites Mal den Kunstförderpreis der Stadt Nürnberg, diesmal für seine Musik. Dan Reeder ist ein YouTube-Star, fünfstellige, sechsstellige Aufrufzahlen für Videos zu seinen kleinen Liedern.

Mit seiner Tochter Peggy tritt er seit einigen Jahren zusammen auf. Sie schreibt über ihn: „Musik macht er schon lange, doch das Rampenlicht meidet er. Darum sind Liveauftritte von Dan Reeder auch so selten. Glücklicherweise hat er eine Tochter, die ihm das meiste abnimmt. Sie moderiert mit ungezwungener Leichtigkeit, streut dabei Anekdoten ein und erntet zwischendrin Lacher. Zusammen spielen sie auf ihren Gitarren Originale vom Vater und covern Pop-Ohrwürmer aus Peggys Jugend. Eine abenteuerliche Kombination, die erstaunlich stimmig wirkt. Dabei stiehlt die Tochter dem Vater fast die Show, was ihn aber herzlich wenig stört. Er hat es so am liebsten.“

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Peter Geiger schreibt 2014 auf www.onetz.de zu einem Konzert in Regensburg:

Dan Reeder kann sich des Segens von ganz oben sicher sein: Nicht nur, weil er 1954 in Louisiana in eine Pfarrersfamilie hineingeboren wurde. Erschwerend kommt hinzu, dass seine Alben bei "Oh Boy"-Records erscheinen, der Plattenfirma von John Prine. Und der wiederum ist das, was man "Musicians' Musician" nennt, ein ebenso viel gecoverter wie oft zitierter Kollegenliebling. Eine Legende und ein Säulenheiliger des US-Folk-Genres also.

Das ist wiederum ein wenig überraschend, weil Dan Reeder heute weder in Greenwich Village noch in den Swamps zu Hause ist. Sondern er lebt, seit mehr als 20 Jahren schon, in Nürnberg. Und spricht mittlerweile - "Indeed, das ist Dadsache!" - das harte T wie ein weiches D. Seine Songs aber - mittlerweile auf drei Alben (für das Artwork zeichnet übrigens der Maler Dan Reeder verantwortlich!) veröffentlicht und vom Allmusic-Guide mit respektablen dreieinhalb bis vier Punkten bewertet und obendrein mit Randy Newman verglichen - atmen nach wie vor die Schwüle des Südens, die Seligkeit des Gospels und die Einfachheit des Landlebens.

Leider ist Dan Reeder aber zugleich ein schüchterner Zeitgenosse, ein, wie er sagt, von Alpträumen geplagter, dem der öffentliche Auftritt auf Bühnen nicht leicht fällt. Was für ein Glück also, dass es Peggy gibt. Peggy Reeder ist Dans jüngste Tochter. Sie macht gerade Abitur und hat offenkundig nicht nur vom Vater die enorme Musikalität geerbt, sondern ist obendrein mit einer erheblichen Portion Mutterwitz ausgestattet. Und der wiederum gestattet es ihr, das Bühnenabenteuer so charmant zu moderieren, dass die eineinhalb Stunden in der Buchhandlung Dombrowsky viel zu schnell vergehen. Geboten werden nicht nur Perlen aus Papas Oeuvre, sondern obendrein Klassikeranspielungen (Joni Mitchell begegnet Elvis begegnet James Brown), geschickt ausgewählte Cover-Versionen von Peggys Lieblings- "Bravo-Hits"-CDs und selbst gemachte Kinderzimmerproduktionen. Das ist ein Cross-over aus Country und HipHop, Gospel und Rap, Song und Kinderlied.

Und trägt doch immer die Handschrift der grandios harmonierenden Stimmen von Vater und Tochter, ihrer akustischen Gitarren - und dem gemeinsamen weichen D. Was für ein segensreicher Abend!

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Ein Interview von Andreas Radlmeier mit Dan Reeder Im Curt im April 2018: link

Dan Reeder - TV Portrait/1 Medienwerkstatt: link

link website Dan Reeder

link website Peggy Reeder

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